Wer sind die Arbëreshë? – «dialogplus» fragt nach

Was wissen Menschen aus albanisch- oder italienischsprachigen Orten, die selbst fern ihrer eigenen Heimat leben, über die albanische Minderheit Arbëreshë in Süditalien? Eine Bestandsaufnahme.

Foto: Mirëlinda Shala



A.S., 24 Jahre, aus Tarvis, Italien, lebt in Österreich
Also, was ich über die Arbëreshë weiss, ist, dass sie existieren und dass sie irgendwann einmal vor langer Zeit über die Adria nach Italien gekommen sind und dass sie sich irgendwo zwischen Apulien und Kalabrien angesiedelt haben.

S.S., 57 Jahre, aus Suhareka, Kosovo, lebt in Österreich
Viel weiss ich nicht über die Arbëreshë. Nur, dass sie vor über 500 Jahren von den Osmanen aus Albanien Richtung Süditalien geflüchtet sind. Sie haben sich dort die ursprüngliche albanische Sprache und ihre Tradtion bewahrt.

B.G., 26 Jahre, aus Mitrovica, Kosovo, lebt in der Schweiz
Meiner Meinung nach symbolisieren die Arbëreshë unseren Ursprung auch heute im 21. Jahrhundert. Sie setzen den Schutz unserer Herkunft fort, auch wenn ihre Nachfahren Gefahr laufen, in der italienischen Kultur assimiliert zu werden. Es ist wichtig, dass die Sprache, die Tradition und die Werte von damals bewahrt werden, um sie den nächsten Generationen weiterzugeben, wie ein «Testament».

A.B., 27 Jahre, aus Deqan, Kosovo, lebt in der Schweiz
Mein Onkel sagt, ihn schockiere die heutige albanische Jugend in der Schweiz. Da auch viele Kinder nicht einmal mehr Albanisch sprechen können, wenn man bedenke, dass die Arbëreshë im Süden Italiens sich vor Hunderten von Jahren angesiedelt haben und sie dort immer noch weit besser Albanisch sprechen als sonst wo.

«dialogplus» hat sich auf die Reise begeben und die Orte und Kultur der Arbëreshë in Kalabrien erkundet, um mehr über sie zu erfahren. In der nächsten Zeit folgen viele Beiträge, die aufzeigen, wie sich die Arbëreshë ihre Ursprungskultur auch nach 500 Jahren Migration erhalten.