Majlinda Kelmendi gewinnt Gold in Russland

Die kosovarische Judoka Majlinda Kelmendi holte sich an der Europäischen Judo-Meisterschaft in Kasan, Russland ihren Titel zurück.

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Im Halbfinal gewann Kelmendi gegen die Französin Annabelle Euranie. Im Final bezwang die kosovarische Judoka dann die Siegerin des Vorjahres, ebenfalls aus Frankreich, Priscilla Gneto um einen Punkt.

Die ersten Gegner von Majlinda Kelmendi waren jedoch die russischen Behörden, die es ihr untersagten, für ihr Land Kosovo und unter dessen Flagge anzutreten. In den letzten Momenten gaben die Behörden nach, und das kosovarische Team, in dem auch Nora Gjakova dabei war, durfte am Turnier teilnehmen. Diese Teilnahme wurde vor allem durch den Präsidenten der Internationalen Judo Föderation (IJF) Marius Vizer möglich.

Da Russland den Kosovo als unabhängiges Land noch nicht anerkannt hat, wollten die Behörden, dass Kelmendi und Gjakova unter der Flagge des IJF starten. So ist dies der erste sportliche Event, an dem die kosovarische neben der russischen Flagge hängt, abgerundet von salutierenden Soldaten.

In der Gewichtsklasse U52 holten sich Priscilla Gneto Silber und Andreea Chitu aus Rumänien Bronze. In der Gewichtsklasse U57 sicherte sich Gjakova den dritten Platz und holte somit eine zweite Medaille für Kosovo.

Majlinda Kelmendi knüpft somit an ihre bisherigen Erfolge nahtlos an: 2013 und 2014 war sie Judo Weltchampion. 2014 und 2016 war sie Europäischer Titelhalter. Ausserdem ist sie kosovarische Fahnenträgerin an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. ad