Das Schweizer Bild vom albanischen Tourismus

Guxim Shoshaj setzt sich in seiner Bachelorarbeit mit dem albanischen Tourismus auseinander. Er untersucht in seiner Abschlussarbeit, was für ein Bild die Schweizer Bevölkerung von Albanien hat und inwiefern dieses Bild Einfluss auf den albanischen Tourismus hat.

Guxim Shoshaj Foto: zVg



Guxim Shoshaj ist frische 24 Jahre alt und ebenfalls frisch erhalten hat er seinen Bachelor of Science FHO in Tourism, studiert ausschliesslich in Englischer Sprache, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur. Jetzt hat er alles in seiner Tasche was er braucht, um loszulegen. Sein Tatendrang scheint unbezähmbar zu sein. Guxim, obschon in der Schweiz geboren und aufgewachsen, hat kosovarische Wurzeln. «Auch wenn ich nicht im Kosovo geboren bin, fühle ich mich diesem Ort sehr verbunden», gesteht Guxim mit ein bisschen Stolz in seiner Stimme. Die Kombination scheint fast zu perfekt: ein Bachelorabschluss in Tourismus, grosse Visionen und ein Entdecker in seinem eigenen Heimatland. «Im Rahmen meiner Bachelorarbeit trat ich zum ersten Mal mit dem albanischen Tourismus in Verbindung. Die Lektüre bestätigte meine Erfahrungen: Obwohl Albanien derartig vielfältig ist, wird das Land selten von Nicht-Albanern als Feriendestination gewählt.»

Das Schweizer Bild von Albanien
Natürlich schlagen da Erkunderherzen höher. Guxim wollte wissen, wieso fast ausschliesslich der albanischen Diaspora niemand an Albanien interessiert ist. Um die ganze Bachelorarbeit in einen für ihn lebensnäheren Kontext zu setzen, konzentrierte sich Guxim in seiner Bachelorarbeit speziell auf das Bild, das die Schweizer über Albanien haben, und inwiefern dieses Bild den albanischen Tourismus effektiv beeinflusst. Um zu seinen Ergebnissen zu gelangen, liess er eine Online-Umfrage auf jensten Medien zirkulieren. Ab dem Alter von 15 Jahren durfte man an der Umfrage teilnehmen. Aus mehr als 430 Teilnahmen konnte Guxim nur knapp 380 Fragebogen für seine Analyse verwenden. Viele ausgefüllte Fragebogen mussten disqualifiziert werden, weil die Antwortgeber einen albanischen Hintergrund besassen. Zudem fand die Online-Umfrage nur im deutschsprachigen Raum statt. «Ich bin mir bewusst, dass mein Ergebnis nicht repräsentativ ist. Ich sehe es mehr als einen Ansatz», wertet Guxim selbstsicher seine Arbeit.

Bachelorarbeit von Guxim Shoshaj Foto: zVg
Bachelorarbeit von Guxim Shoshaj
Foto: zVg

Resultate und Überraschungen
Ein kleines Feuer lodert in seinen Augen, wenn er von seinen Erfahrungen und der Arbeit erzählt. Die Funken jedoch sprühen in Form von Worten aus seinem Mund heraus; sie sprühen Vitalität, Einfallsreichtum und Umsetzungswille. Guxim hat in der Welt schon geschnuppert. Nebst zwei Sprachaufenthalten in Vancouver und in Rouen (FR), besuchte Guxim im Rahmen eines Austauschsemesters die Nanyang Polytechnic in Singapur.
In der Welt bereist, im Heimatland fremd. Guxim lernt Albanien selbst noch kennen. «Von einigen Orten habe ich nur gehört oder Bilder gesehen. Sie sollen absolut sehenswert sein», und Guxim sieht das Panorama schon vor seinem inneren Auge. «Umso mehr liegt es mir am Herzen, die Menschen auf Albanien aufmerksam zu machen. Viele Leute haben in der Umfrage angegeben, dass sie über Albaniens Tourismus kein Wissen besitzen. Viele verwechselten Albanien auch mit Kosovo», erzählt Guxim. Folglich fielen auch die Resultate aus: Viele Teilnehmer wussten nicht, dass ein Tourismus in Albanien besteht. Generell wussten sie nicht viel über das Land. Positiv ist jedoch, dass 60 Prozent der Teilnehmer ein gutes Image von Albanien haben. Dies vereinfacht eine mögliche breitere Wahrnehmung des Landes. Der Initiator selbst ist zufrieden mit dem Resultat: «Hätte ich die Arbeit vor ein paar Jahren verfasst, wäre das Ergebnis wahrscheinlich negativer ausgefallen.»

Förderung des albanischen Tourismus
Guxim hat seine Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit «Gesellschaft Schweiz – Albanien» und mit Unterstützung von Vorstandsmitglied Lars Haefner und Betreuerin Christine Kern geschrieben. Er wird seine Arbeit auch an der nächsten Generalversammlung der Gesellschaft vorstellen. «Ich denke, die Gesellschaft kann von meiner Arbeit profitieren. Die Arbeit bringt Ideen hervor, wie man den Tourismus fördern könnte, zum Beispiel Reiseagenturen eröffnen, die sich auf Albanien spezialisieren. Ein Reiseführer, der die Schweizer und albanische Kultur kennt, schafft zusätzliches Vertrauen. Auf dieses Vertrauen müssen wir aufbauen», rundet Guxim schliesslich seinen Plan ab. Er will Brücken schlagen, zuerst nach Albanien und nach und nach in die Welt.