Balkankonferenz: Albanien und Kosovo bald EU-Mitglieder?

Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien – sie alle wollen EU-Mitglied werden. Am Westbalkan-Gipfel in Paris wurde die Annäherung besprochen. Ein Jugendwerk soll zudem helfen, die Kriegswunden der Länder zu schliessen und aus Feinden Freunde zu machen.

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Laut der Aargauer Zeitung stellt die Europäische Union Balkan-Ländern den Beitritt in Aussicht. Daran soll auch die Krise nach dem Brexit-Referendum nichts ändern. In Paris berieten am Montag die Regierungschefs der Westbalkan-Staaten mit Vertretern von EU-Staaten und der EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini.

Vertreten waren in der französischen Hauptstadt die Regierungschefs von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Dabei wurde auch eine Vereinbarung zur Gründung eines Jugendwerks für die Balkan-Region unterzeichnet.

Trotz Brexit-Votum stellt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den Ländern des westlichen Balkans weiterhin einen EU-Beitritt in Sicht: «Es hat sich mit der Entscheidung Grossbritanniens nichts geändert. Das haben diese Länder befürchtet. Es geht um die Bedingung, die sie natürlich erfüllen müssen, um den Beitrittsprozess voranzubringen.» Das habe jedes Land einen anderen Stand erreicht.

Das Treffen wichtiger EU-Staaten mit den Westbalkan-Ländern sollte die Zusammenarbeit in der Region mit Blick auf eine Annäherung an die EU voranbringen. Die Staaten sprachen auch über den Kampf gegen den Terrorismus und die Flüchtlingssituation –  der Balkan stand als Transitroute im Zentrum der Krise.

Gemeinsames Jugendwerk

Zudem gründeten die Staaten ein regionales Jugendwerk, das bereits 2015 in Wien beschlossen worden war. Dieses solle helfen, die «Wunden in der Region zu verbinden», hiess es in einer vom Élysée veröffentlichten Erklärung.

2003 hatte die EU den Ländern des westlichen Balkans die Perspektive eines Beitritts zugesagt. Allerdings treten viele angesichts der grosse Baustellen der EU auf die Bremse, erst recht nach dem britischen Referendum zum Ausstieg aus der EU.

«Das ist eine sehr praktische Diskussion»

Die Westbalkan-Konferenz geht auf eine deutsche Initiative zurück, der erste Gipfel fand 2014in Berlin statt. «Wir arbeiten daran, weil es ein wirkliches Friedenswerk heute ist, um diese Länder zusammenzuführen, die noch vor wenigen Jahren Krieg gegeneinander geführt haben», hebt Merkel hervor. Und: «Das ist keine theoretische Diskussion, das ist eine sehr praktische Diskussion.»

Die nächste Konferenz soll 2017 wieder in Frankreich stattfinden.