Alvinum.ch – Edle Tropfen aus Albanien

Adem Memedis Leidenschaft gilt dem Wein. Aus diesem Grund importiert er nun albanische Weine in die Schweiz. Wie aus der Passion eine Geschäftsidee entstand, was speziell an albanischen Trauben ist und wie der Wein schliesslich in die Schweiz gelangt, erzählt der junge Weinhändler im Interview.

Der junge Weinhändler ist überzeugt vom Produkt. Foto: Ariana Dragusha



Wein ist in Flaschen abgefüllte Poesie. Dieser Meinung ist auch der 28-jährige Weinhändler. Daher importiert er seit dem November 2015 albanische Weine in die Schweiz. Der Wein entstammt dem Weingut der Familie Çobo in der Region von Berat, Albanien. Die Weintradition der Familie Çobo reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Jedoch wurden im Kommunismus diese Produktion und andere private Unternehmen unterdrückt. Erst nach Ende des albanischen Kommunismus nahm die Familie die Weinproduktion wieder auf. Unterdessen verbrachte Muharrem Çobo als Flüchtling einige Zeit in Italien und sammelte dort bei einem Winzer viele wertvolle Erfahrungen. Diese brachte er zurück zur Familie und setzte das Gelernte in die Tat um.  Nach 45 Jahren der Nichtexistenz trugen die Reben in den späten 1990er-Jahren wieder Früchte. «dialogplus» hat mit dem Schweizer Vertreter gesprochen und ist dem edlen Tropfen auf die Spur gegangen.

Wie kam die Zusammenarbeit mit der Familie Çobo zu Stande?

Mein Vater hat sehr enge Freunde in Berat. Diese wiederum sind befreundet mit der Familie Çobo. Als sie vor etwa zwei Jahren diese Freunde besuchten, hatten sie die Möglichkeit das Anwesen und die Kellerei zu besichtigen und von den verschiedenen Weinen zu degustieren. Begeistert erzählten mir dann meine Eltern von ihren Erlebnissen und Eindrücken. Da Wein schon seit Längerem eine Leidenschaft von mir ist, habe ich mich kurzer Hand mit der Familie Çobo in Kontakt gesetzt. Die war natürlich entzückt von der Idee! So begann ich mich in der Schweiz zu informieren, welche Auflagen ich erfüllen muss, um den albanischen Wein der Schweiz vorstellen zu können.

Sie sind also die Vertriebsperson in der Schweiz?

Genau. Ich kümmere mich um den Import und den Vertrieb in der Schweiz. Die Familie Çobo möchte sich lieber auf die Weinproduktion in Albanien konzentrieren. Das respektiere ich. Ausserdem versteht die Familie die deutsche Sprache nicht und kennt die Gesetze der Schweiz auch nicht. Ich kann ihnen bei diesen Hürden helfen. Wäre jedoch Albanien ein Mitglied der Europäischen Union, hätte auch ich weniger Mühe. (lacht)

Zirka hundert Winzer sind in Albanien professionell tätig. Das Weingut der Familie Çobo ist ein mittelgrosses Anwesen. Sie produzieren 100’000 Flaschen Wein pro Jahr.

Was für ein Anteil der Totalproduktion wird in die Schweiz importiert?

Das Projekt steht noch in den Kinderschuhen. Ich kann natürlich keine Auskunft darüber geben, wie das Geschäft in der Zukunft ablaufen wird. Deswegen habe ich zu Beginn auch «nur» 3’000 Flaschen in die Schweiz importieren lassen. So konnte ich natürlich auch die Transportkosten ein wenig tiefer halten. Denn die Weine gelangen über Wasserwege von Albanien nach Italien, und danach mit Lastwagen in die Schweiz.

Was zeichnet die albanischen Rot- und Weissweine speziell aus?

Die Weissweintraubensorte «Puls i Bardhë» (dt. der weisse Puls) wächst nur in der Region von Berat. Diese Sorte ist vor allem im Vorgebirge weit verbreitet und hat einen überdurchschnittlich hohen Säurewert. Das Resultat ist ein zarter Wein mit strohgelbem Farbstich und grünen Reflexen. «Shesh i Zi» (dt. das schwarze Feld) ist die einheimische Rotweintraubensorte aus dem gleichnamigen Dorf Shesh. Der Wein hat eine intensive rubinrote Farbe und der Alkoholgehalt ist auch höher als im Durchschnitt.

Auf der Webseite bieten Sie nicht nur albanische Weine an, sondern auch mazedonischen Bergtee. Wie kam es dazu?

Der Bergtee ist auch bekannt als griechisches Eisenkraut. Man findet ihn im ganzen Mittelmeerraum an. Er wird von den Bauern gesammelt und getrocknet. Für mich ist der Bergtee ein Stück Heimat. Es ist etwas, dass ich mit meiner Kindheit verbinde. Der Tee enthält Stoffe, die entzündungshemmend, schleimlösend und entkrampfend wirken. Es wurde sogar medizinisch belegt, dass der Tee einen positiven Effekt bei Depressionen und ADHS hat.

 

Die Familien Memedi und Çobo laden zur ersten Weindegustation in der Schweiz ein:

19. Mai 2016, 18:00 – 22:00 Uhr
ISP Küchen
Erdgeschoss
Worbstrasse 140
3073 Gümligen

Weitere Informationen unter www.alvinum.ch oder direkt bei A. Memedi +41 79 951 95 57.

http://www.alvinum.ch

https://www.facebook.com/www.alvinum.ch/

https://www.facebook.com/events/1338573406169036/

Exklusive Weindegustation
Exklusive Weindegustation