Oscars 2016: Gewinner und Helden

Die 88. Edition der Academy Awards ging am 28. Februar 2016 im Dolby Theatre von Los Angeles über die Bühne. Leonardo DiCaprio konnte nach mehrmaligen Anläufen endlich jubeln. Der britisch-kosovarische Film «Shok» ging leer aus. Deren Fans in der Heimat feiern dennoch ihre Filmhelden.

Filmhelden von Kosovo: Jamie Donoughue, Eshref Durmishi, Andi Bajgora, Lum Vesili und Harvey Ascott (v.li.), Foto: Eshref Durmishi/Facebook



Moderator Chris Rock führte durch den Gala-Abend des weltweit wichtigsten Filmpreises im Dolby Theatre von Los Angeles. Gleich mehrere Oscars gab es für die Favoritenfilme «Mad Max», «The Revenant» und «Spotlight».

Nach mehrmaligen Anläufen wurde Leonardo DiCaprio für seine Rolle im Survivaldrama «The Revenant» von Alejandro G. Iñárritu mit der goldenen Statue belohnt. In seiner nonchalanten Dankesrede nützte er die Gelegenheit, die Problematik des Klimawandels anzusprechen: «Der Klimawandel passiert genau jetzt!»

Mark Rylance (bester Nebendarsteller), Brie Larson (beste Hauptdarstellterin), Leonardo DiCaprio (bester Hauptdarsteller) und Alicia Vikander (beste Nebendarstellerin) nach der Oscar-Verleihung (v.li.), Foto: Tinseltown/Shutterstock
Mark Rylance (bester Nebendarsteller), Brie Larson (beste Hauptdarstellterin), Leonardo DiCaprio (bester Hauptdarsteller) und Alicia Vikander (beste Nebendarstellerin) nach der Oscar-Verleihung (v.li.), Foto: Tinseltown/Shutterstock

Überfällig war auch der Oscar für Ennio Morricone. Lange auf den Oscar gewartet hatte der 87-jährigen Filmkomponist, der mit der Auszeichnung der Filmmusik zu «The Hateful Eight» am Sonntag zum ältesten Oscar-Gewinner aller Zeiten wurde.

Für das Entführungsdrama «Room» wurde Brie Larson als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Ihre Schauspielkollegin Alicia Vikander bekam für ihre Rolle in «The Danish Girl» den Preis als beste Nebendarstellerin. Der Brite Mark Rylance wurde als bester Nebendarsteller für seine Rolle in «Bridge of Spies» prämiert.

Das Publikum zu Tränen rührte Lady Gagas Auftritt mit dem nominierten Song «Til It Happens To You», ein Stück aus dem Dokumentarfilm «The Hunting Ground», indem es um sexuelle Gewalt an US-Universitäten geht. Mit Lady Gaga auf der Bühne standen zahlreiche Jugendliche, auf deren Armen Worte wie «Überlebende» oder «unzerbrechlich» zu lesen waren.

Lady Gaga, Foto: Tinseltown/Shutterstock
Lady Gaga, Foto: Tinseltown/Shutterstock

Sieger in der Kategorie «Short Film (Live Action)» wurde der irländische Film «Stutterer» von Benjamin Cleary und Serena Armitage. Der britisch-kosovarische Film «Shok», der für dieselbe Kategorie nominiert worden war, ging leer aus.

Die Hoffnung auf den Oscar vom britischen Regisseur Jamie Donoughue, dem britischen Produzenten Harvey Ascott und dem kosovarischen Produzenten und Schauspieler Eshref Durmishi sowie den jungen Schauspielern Andi Bajgora und Lum Vesili konnte sich nicht erfüllen. Doch auch ohne Oscar werden sie als Filmhelden von Kosovo gefeiert. Sie schafften etwas, was bisher in der 88-jährigen Geschichte der Academy Awards noch nie dagewesen war: eine Nominierung für Kosovo. Ihre Namen werden in die kosovarische Filmgeschichte eingehen und ein Beleg dafür sein, dass die Erinnerung an die Vergangenheit von Kosovo in der Welt erfahren wird. ms